Katerblasser September

Man dreht sich einmal im Kreis und schon ist der August wieder rum und der September bahnt sich an. Die Trommelfelle leiden unter Blasmusikphantomschmerz in Erwartung des anstehenden Oktoberfestes und die Leber bastelt an ner Schlinge.

Wenn man leicht agoraphob ist (oder zumindest laute, betrunkene Menschenmassen nicht mag), ist es ein schweres Los, wenn der eigene Geburtstag mitten in die Wiesnzeit fällt, denn dann meint jeder im Freundeskreis, es wäre doch total toll, auf der Wiesn zu feiern.
Nein.
Nein, wäre es nicht.
Das soll jetzt keine elitäre Ablehnung eines ordentlichen Umtrunkes sein, oder ein “Ich bin viel besser als wo wie alle anderen”, sondern eine ganz wertfreie Feststellung, dass die Wiesn und ich ungefähr so gut zusammenpassen wie der Fahrersitz eines Autos und ich (nämlich gar nicht, weil mir die Geduld fehlt), Achterbahnen und ich (nämlich gar nicht, weil mir schlecht wird) oder Exploitationfilme und ich (nämlich gar nicht, weil sie meinem Sinn für Ästhetik meistens nicht entsprechen).
Und in diesem Sinne bin ich einer der Menschen, der schon vor dem Oktoberfestbesuch betrunken sein muss, um dem im Zelt sein Freude abgewinnen zu können – und da ich nun ungern der Miesmacher bin und generell nicht die Rolle der Spaßbremse oder des schwarzen Stimmungslochs spielen möchte, halte ich mich halt einfach grundsätzlich von der Wiesn fern – und ebenso von anderen Massenumtrunken mit meines Erachtens nach grausiger Musik.

Nachdem ich nun den August relativ asketisch und stubenhockerisch verbracht habe, heißt das im Endeffekt auch, dass ich wohl die nächsten zwei Wochen ordentlich feiern muss, bevor ich mich während der Oktoberfestzeit wieder aus dem Nachtleben fernhalte – hier werde ich dann doch einmal schnell wertend-kritisch, aber ich muss festhalten, dass das nächtens frisch von der Wiesn kommende Publikum, das noch unbedingt in den Bars weitertrinken muss, zum Großteil… ausgesprochen unangenehm auffällt.
Natürlich gibt es auch während dem Rest des Jahres in ganz München unangenehme, betrunkene Menschen, die es sich vorgenommen zu haben scheinen, ihren Mitmenschen die Nacht zu vermiesen. Aber zur Wiesnzeit zeigt sich das etwas extremer.

Rekapitulieren wir mit einer äsop’schen Lehre: wer ausm Zelt schon schwankend flieht, besser nicht in Bars zum Saufen weiterzieht.

Und hebt euch die Speiberei fürs heimische Klo auf, und nicht für die U-Bahn.

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About misterbernie

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